„Wir mussten feststellen, dass die LEG nunmehr auch in Düsseldorf versucht, ihren Mieterinnen und Mietern mit einer neuen Masche - den sogenannten freiwilligen Mietvereinbarungen - die Miete zu erhöhen. Bisher ist diese Vorgehensweise schon aus Aachen und Gelsenkirchen bekannt“, erklärt Hans-Jochem Witzke, der 1. Vorsitzende des Mieterverein Düsseldorf e.V.
In den Schreiben der LEG heißt es, dass eine freiwillige und moderate Anpassung der Miete angeboten wird. Es wird behauptet, dass die aktuell gezahlte Miete unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen würde. Als Begründung werden eigene überteuerte Vergleichswohnungen der LEG herangezogen, mit deren Hilfe man ein Mieterhöhungspotenzial suggeriert. Man zeigt sich dann vermeintlich kulant, in dem man auf einen Teil einer möglichen Mieterhöhung verzichtet und den Mietenden eine freiwillige Mietvereinbarung anbietet. Der gültige Mietspiegel, der die ortsübliche Miete festlegt, wird hierbei bewusst außen vorgelassen.
Die LEG spricht von einer pragmatischen, fairen und für beide Seiten verlässlichen Lösung. Für den Fall, dass das Angebot nicht angenommen wird, hält man sich die Option offen, ein einseitiges Mieterhöhungsverlangen auszusprechen. Hierdurch werden die Mieterinnen und Mieter unter Druck gesetzt. In einem besonders dreisten Fall wird behauptet, dass tendenziell eine Erhöhung der Miete um fast 25 % möglich sei. Hierbei scheint die LEG vergessen zu haben, dass eine solche Erhöhung schon aufgrund der Kappungsgrenze (maximale Mieterhöhung von 15 % innerhalb von drei Jahren) gar nicht möglich wäre.
“Die LEG hat nichts zu verschenken. Ihr Vorstandsmitglied Lars von Lackum hat in der Vergangenheit mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass die Mieten so stark wie regulatorisch möglich, steigen werden. Man muss davon ausgehen, dass diese Masche insbesondere bei Mietverhältnissen versucht wird, bei denen momentan ohnehin aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen keine einseitige Mieterhöhung möglich ist. Insofern ist äußerste Vorsicht geboten“ warnt Witzke.
Der Mieterverein Düsseldorf e.V. bietet auf seiner Website unter www.mieterverein-duesseldorf.de allen Düsseldorfer Mieterinnen und Mietern kostenlose Tools an, mit denen man die Miethöhe (Mieterhöhung, Mietpreisbremse und Mietwucher) überprüfen lassen kann. Das Tool Mieterhöhung berechnet die ortsübliche Vergleichsmiete, prüft Fristen und ermittelt auch die Kappungsgrenze.
„Nutzen Sie die Ihnen von der LEG eingeräumte Bedenkzeit und lassen Sie das Angebot der LEG und jede andere Art von Mieterhöhung professionell überprüfen. Der Mieterverein Düsseldorf e.V. ist Ihnen hierbei gerne behilflich“, so Witzke.