Tipps der Verbraucherzentrale NRW zum sparsamen Heizen und zur Schimmelvermeidung:
Schimmel – Wie er entsteht
Sporen und Nährboden sind überall vorhanden. Damit sich Schimmel entwickeln kann, braucht er zusätzlich Feuchtigkeit. In jedem Haushalt entsteht Wasserdampf in großen Mengen. In einem 4-Personen-Haushalt sind das bis zu 10 Liter am Tag. Diese Feuchtigkeit muss rausgelüftet werden. Je höher die Feuchtigkeit im Raum, desto größer ist das Risiko von Schimmel. Die Luft kann je nach Temperatur nur eine begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen. Warme Luft speichert mehr Wasserdampf als kalte. Beim Lüften wird die warme und feuchte Luft in der Wohnung gegen kältere und damit trockenere Luft von außen ausgetauscht. Wände, Decken und Möbel werden weniger feucht - das Risiko für Schimmel sinkt.
Die Raumtemperatur sollte mindestens 18 °C betragen
Thermostatköpfe machen es leicht
Sie messen die Temperatur und regeln die Raumwärme selbst. In vielen Wohnungen passt die Einstellung zwischen 2 und 3. Das Thermostat arbeitet aber nur dann richtig, wenn es nicht durch Möbel oder Gardinen verdeckt ist. Ihre Heizkörper arbeiten grundsätzlich nicht richtig, wenn sie mit Möbeln oder Gardinen verdeckt sind. Die warme Luft kann sich so nicht optimal im Raum verteilen und die Heizkosten steigen.
Heizen und lüften Sie alle Räume gleichmäßig – auch die weniger genutzten
Türen zu kühleren Räumen, z. B. zum unbeheizten Abstellraum, geschlossen halten. So kann sich keine feuchtwarme Luft aus den übrigen Räumen an den kalten Wänden des unbeheizten Raumes niederschlagen. Vermeiden Sie in der Heizperiode Dauerlüften durch Kippfenster. Lüften Sie stattdessen nur kurz (Stoßlüftung 5-10 Minuten) und kräftig (Durchzug) mehrmals am Tag. Drehen Sie bei längerem Lüften das Thermostat herunter.
Spezialfall Schlafräume
Lüften Sie nach dem Aufstehen kräftig. Heizen Sie den Raum danach auf mindestens 18 °C und schließen Sie die Tür. So kann die warme Luft die Feuchtigkeit aus Matratzen und Bettwäsche aufnehmen. Lüften Sie spätestens vor dem Schlafengehen noch mal, damit die feuchte Luft wieder raus kann.
Überprüfen Sie regelmäßig, wie Sie heizen und lüften
Das kann unterschiedlich sein, je nach Baustandard, Lage der Wohnung, Wohnungsgrundriss, der Personenzahl und dem Ausmaß der Nutzung. Mit einem Thermo-Hygrometer messen Sie die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit kostengünstig. In gut gelüfteten Räumen sollte die relative Luftfeuchte bei maximal 55 % liegen. Säubern Sie regelmäßig vorhandene Lüftungsöffnungen in Fenstern und Türen sowie Gitter vor der Badentlüftung. So stellen Sie die notwendige Abfuhr verbrauchter Luft sicher.
Große Möbel nicht an kalten Außen- und Treppenhauswänden aufstellen
Wenn nicht anders möglich, sollten Sie die Möbel mindestens mit 10 cm Abstand zur Wand aufstellen.
Vermeiden Sie Wasserdampf
Geht das nicht, lüften Sie den betreffenden Raum sofort, zum Beispiel beim Kochen, Duschen und Waschen. Trocknen Sie die Wäsche nach Möglichkeit nicht in der Wohnung. Wenn es nicht anders geht, hängen Sie die gut geschleuderte und ausgeschüttelte Wäsche mit ausreichend Abstand in einem beheizten Raum auf und lüften Sie währenddessen immer gut durch. Ziehen Sie nach dem Duschen die Fliesen und Duschwände mit einem Wischer ab oder trocknen sie.
Schimmelpilze in der Wohnung – Was nun?
Haben Sie Schimmel entdeckt, handeln Sie schnell: Machen Sie Fotos (von nah und fern) und dokumentieren Sie den Schaden. Informieren Sie Ihren Vermieter oder Ihre Vermieterin sowie - wenn vorhanden – die Hausverwaltung zur Abklärung der Ursache. Kleine Schimmelflächen bis ca. 0,5 m² (das entspricht der Front einer Waschmaschine) können Sie eventuell selbst behandeln. Bei größerem Befall muss eine Fachfirma eingeschaltet werden.
Wenn Sie Schimmel selbst entfernen, sollte möglichst kein Staub - und damit auch keine Sporen – aufgewirbelt werden. Setzen Sie eine FFP2-Maske auf und tragen Sie Schutzhandschuhe (Latex/Nitrilkautschuk). Mit einem guten Haushaltsstaubsauger mit Feinstaubfilter (HEPA-Klasse) können Sie die Sporen vorsichtig absaugen. Ansonsten arbeiten Sie besser mit einem feuchten Lappen, für den Sie Wasser mit etwas Spülmittel mischen. Saugen und/oder wischen Sie ein Stück über den sichtbaren Befall hinaus und lassen Sie die Fläche danach gut austrocknen.
Tapeten, Gipskartonplatten oder Holzwerkstoffe können nicht gereinigt, sondern müssen (nass) entfernt werden. Verzichten Sie auf Anti-Schimmel-Mittel, denn gesundheitliche Risiken sind hier nicht auszuschließen. Wenn Sie die Oberfläche behandeln wollen, verwenden Sie 70-80%iges Isopropanol, Ethanol oder 12%iges Wasserstoffperoxid (H₂O₂) aus der Apotheke (kein Essigreiniger!). Achtung: H₂O₂ hat eine bleichende und ätzende Wirkung. Lüften Sie während und nach der Reinigung kräftig durch und beobachten Sie die Stelle in den nächsten Monaten gut, damit Sie schnell reagieren können, falls der Schimmel wieder auftreten sollte.
Diese Information wurde im Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW erarbeitet.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.schimmelnetz.nrw
Hier noch einige nützliche Webinhalte:
Schimmel-Leitfaden des Bundesumweltamtes:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel/aktueller-uba-schimmelleitfaden
Broschüre der Verbraucherzentrale:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/sites/default/files/2019-11/Broschuere-Infos-Wohnen-ohne-Feuchte-und-Schimmel.pdf
interaktiver Wegweiser der Verbraucherzentrale NRW:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/erste-hilfe-bei-schimmelschaeden-in-der-wohnung-98247
Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW:
https://www.schimmelnetz.nrw/


