Pressemitteilung - Düsseldorf

Pressemitteilung

Wir brauchen mehr, nicht weniger geförderten Wohnungsbau! 
Die neuen Wohnungsbauregularien helfen Investoren – Verlierer werden Mieterinnen und Mieter sein, die dringend auf eine öffentlich geförderte Wohnung angewiesen sind!

Der Rat der Stadt Düsseldorf wird am 24.09.2026 über die Weiterentwicklung der sogenannten Quotierungsregelungen für den Wohnungsbau auf privaten und städtischen Grundstücken entscheiden. Dabei geht es um die Frage, wie viel Prozent der geplanten Wohnungen öffentlich gefördert sein müssen.

Nach der derzeitigen Regelung müssen Bauvorhaben auf privaten Grundstücken einen festen Anteil von 50 Prozent Sozialwohnungen aufweisen. Bei städtischen Grundstücken sind es 60 Prozent.

Die von CDU und Bündnis 90/Die Grünen geplante Neuregelung sieht vor, dass auf privaten Grundstücken nur noch zu 30 Prozent und auf städtischen Grundstücken zu 40 Prozent öffentlich gefördert gebaut werden muss. Um die verringerten Quoten etwas abzufedern, wurde eine sogenannte Gemeinwohlquote ins Leben gerufen. Außerdem soll die neue Quotierungsregelung erst ab 75 Wohneinheiten gelten.

"Von den neuen gelockerten Regeln profitieren in erster Linie die Investoren. Wenn sie weniger öffentlich gefördert bauen müssen, können sie hochpreisiger vermieten und ihre Rendite wird steigen. Verlierer der Lockerungen werden Wohnungsuchende sein, die aufgrund ihres geringen Einkommens dringend auf eine Sozialwohnung angewiesen sind“, sagt Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des Mieterverein Düsseldorf e.V.

Man muss wissen, dass sich der öffentlich geförderte Wohnungsbau in Düsseldorf in einer immer größer werdenden Krise befindet. Vor 25 Jahren lag der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen am Wohnungsbestand noch bei über 10 Prozent. Heute sind es noch nicht einmal mehr 4 Prozent.

Der Bestand ist auf gut 14.000 preisgebundene Wohnungen geschrumpft. Dem Wohnungsmarktbericht 2025 der Stadt Düsseldorf kann man entnehmen, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 7.000 weitere Wohnungen aus der Preisbindung fallen werden.

„Wenn die Quoten für Sozialwohnungen auf privaten und sogar auf städtischen Grundstücken sinken, dürfte dies grundsätzlich dazu führen, dass weniger Sozialwohnungen gebaut werden. Die sogenannte Gemeinwohlquote führt nicht zwangsläufig dazu, dass auch bezahlbar gebaut wird. In Düsseldorf hat mehr als die Hälfte der Haushalte einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS)! Der Schwellenwert von 75 Wohneinheiten für kleine und mittlere Bauvorhaben wird keineswegs zu mehr bezahlbarem Wohnraum führen. Investoren haben hier jetzt freien Spielraum. Die Lücke zwischen anspruchsberechtigten Personen und verfügbaren öffentlich geförderten Wohnungen wird also immer größer“ so Witzke.


Pressekontakt

Hans-Jochem Witzke
1.Vorsitzender
Telefon: 0173 5384431
E-Mail: witzke@mieterverein-duesseldorf.de

Claus Nesemann
Geschäftsführer
Telefon: 0211/ 16 99 6-50
E-Mail: nesemann@mieterverein-duesseldorf.de